Hinter jedem maxon E-Bike-Antrieb steckt präzise Ingenieurskunst und hunderte Stunden intensiver Tests. Unter realitätsnahen Bedingungen prüfen wir Leistung, Haltbarkeit und Zuverlässigkeit – kompromisslos.

Der AIR S muss sich beweisen. Und zwar unter denselben strengen Standards, die für alle maxon Produkte gelten. «Erst wenn er jede Herausforderung im Testlabor meistert, ist er bereit für dein Abenteuer», erklärt Stefan Imfeld, Projektleiter in der R&D. «Robustheit entsteht nicht zufällig. Wir testen jeden Motor unter extremen Bedingungen – gerade weil wir ihn auf das Wesentliche reduziert und die entscheidenden Komponenten verstärkt haben», ergänzt Dominik Stockmann, Leiter des Kompetenzzentrums Motoren und Encoder.

Die Drive Unit wird nicht irgendwo geprüft, sondern im selben Labor, in dem auch maxon Produkte für Medizintechnik, Raumfahrt und Formel 1 ihre Zuverlässigkeit unter Beweis stellen. Dank flexibler Prüfstände laufen zahlreiche Tests parallel – eine feste Reihenfolge ist nicht nötig. Der Grossteil der Prüfungen erfolgt direkt im Inhouse-Testlabor bei maxon. Nur Tests zu äusseren Einflüssen wie Staub, Wasser oder elektromagnetische Verträglichkeit finden in spezialisierten externen Einrichtungen statt.

Erfahre, welchen extremen Tests sich ein E-Bike-Motor von maxon stellen muss. Stefan Imfeld nimmt uns mit ins Labor und zeigt alle Stationen.

Geräuschmesskammer sorgt für Ruhe

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal von maxon E-Bike Antrieben ist ihre aussergewöhnlich geringe Geräuschentwicklung. Auch der BIKEDRIVE AIR S überzeugt durch nahezu lautloses Fahrverhalten. Um diese akustische Performance sicherzustellen, erfolgt die Messung in einem schallgedämpften Raum. «Das E-Bike wird auf einem Fahrradsimulator fixiert und über die App gesteuert, um unterschiedliche Fahrszenarien realistisch zu simulieren», erläutert Stefan Imfeld. Ein hochpräzises Mikrofon erfasst die Lautstärke in Dezibel (dB) und registriert selbst minimale Schwankungen. Dabei wird die Grund-Geräuschkulisse des Messequipments separat gemessen und anschliessend aus der finalen Messung herausgerechnet.

Da selbst kleinste Umgebungsgeräusche die Ergebnisse verfälschen könnten, wird jeweils nur ein Antrieb getestet. Der eigentliche Messvorgang dauert wenige Minuten, liefert jedoch entscheidende Daten zur Geräuschoptimierung. Der AIR S zählt zu den leisesten E-Bike Motoren seiner Klasse und setzt Massstäbe im Bereich akustischer Effizienz.

Klimatest simuliert Extremtemperaturen

Beim Klimatest wird die Temperaturbeständigkeit vom maxon E-Bike Antrieb geprüft. Der Test findet in einer Klimakammer statt, in der die Umgebungstemperatur präzise gesteuert werden kann. Der Zyklus startet bei Raumtemperatur, sinkt auf –10 °C, steigt anschliessend auf 50 °C und kehrt wieder auf Raumtemperatur zurück, wo er für eine definierte Zeit gehalten wird. Dieser Ablauf wird zehnmal wiederholt, um die Belastung des Antriebs unter wechselnden Temperaturbedingungen realistisch nachzubilden.

Der Schrank simuliert diverse Einsatzbedingungen wie winterliche Bergfahrten oder sonnenerhitzte Trails im Sommer. So wird sichergestellt, dass der AIR S Fahrrad Antrieb auch unter extremen Bedingungen zuverlässig funktioniert. In dieser Testphase können mehrere Motoren gleichzeitig geprüft werden, wodurch realistische Vergleichswerte entstehen.

Lebensdauertest für maximale Zuverlässigkeit

Der Lebensdauertest dient dazu, um zu prüfen, wie lange der mechanische Antriebsstrang zuverlässig arbeitet. Ziel ist es, eine Lebensdauer von mindestens 1’000 Betriebsstunden für den maxon AIR S E-Bike Motor zu gewährleisten. Das entspricht rund 22’000 Kilometern oder etwa zehn Jahre Nutzung.

Für diesen Test werden reale Fahrerdaten ausgewertet und zu einem generischen Fahrprofil zusammengestellt. «So lässt sich das Verhalten des Motors möglichst realitätsnah simulieren.», begründet Stefan Imfeld. Während des Tests werden die E-Bike Antriebe rund um die Uhr betrieben, wobei unterschiedliche Kadenz- und Drehmomentwerte angefahren werden. Das Profil startet bei 10 RPM und steigert sich kontinuierlich, bis alle Lastszenarien abgefahren sind.

Damit hat der BIKEDRIVE AIR S die ersten Hürden gemeistert. Doch wie schlägt er sich, wenn es richtig hart wird? Bleib dran für Teil 2: Vibrationen, Lastwechsel und echte Trails.